Freitag, 18.03.2106: Ausflug nach Macau

An unserem zweiten Tag in Hongkong stand für uns endlich mal ein bisschen Ausschlafen auf dem Programm. Erst um 10 Uhr trafen wir uns nach einem üppigen frühstück zur Abfahrt Richtung Macau. Eine ehemals portugiesische Enklave, die vor allem für ihr buntes Treiben und das Glücksspiel bekannt ist. Macau fiel 1999 an China zurück und entwickelte sich anschließend zu einer unabhängigen Sonderwirtshaftszone. Aus der Zeit der portugiesischen Herrschaft sind noch zahlreiche Kolonialbauten vorhanden und auch etliche Einwohner sind der Sprache nach wie vor mächtig.
Als wir den Fährhafen mit der U-bahn erreicht hatten, erfuhren wir, dass momentan, wegen des starken Nebels, noch keine Fähren fahren durften. Die erste Fähre sollte erst wieder gegen 13 Uhr fahren. Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, machten sich einige von uns auf den Weg um das Soho-Viertel, das direkt in der Umgebung des Hafens liegt, zu erkunden. Dabei haben sich die Mädels in einer Straße mit kleinen Verkaufsständen ein paar alte Münzen für Armbänder ergattert. Außerdem führte der Weg vorbei an einem Tempel voll mit Räucherspiralen (nach fünf Minuten hatte die gesamte Kleidung den Geruch angenommen) sowie durch eine Straße voller Stände mit allerlei Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Gewürzen. Trotz des trüben Himmels hatte es schon um diese Uhrzeit schülwarme Temperaturen, weshalb einige ihre Kleidungswahl für den Tag etwas bereuten.
Nach dem kurzen, spontanen Exkurs durch Hongkongs Straßen nahmen wir dann den Turbojet um 13.30 Uhr, der uns in etwa einer Stunde bereits in das dritte Land innerhalb der letzten 48 Stunden bringen sollte. Der Nebel, der vor allem in Macau sehr dicht war, bereitete auf der Überfahrt allerdings größere Probleme als erwartet. Nach einer etwa einstündigen Fahrt mussten wir noch etwa zwei weitere Stunden auf eine Anlegeerlaubnis des Hafen warten. Um kurz vor fünf betraten wir dann endlich den Boden der Sonderwirtschaftszone und hofften auf bessere Sicht innerhalb der Stadt. Zunächst fuhren wir ins Zentrum Macaus, wo wir nach einem leicht überteuerten Snack die Kolonialbauten aus der Zeit der portugiesischen Kolonie anschauten. Außerdem konnten wir die Ruinas de Sao Paulo, einer zerstörten Kathedrale, und den Fort, an dem 1622 Portugal die Kolonie vor den Niederlanden verteidigte, sehen. Gegen 20 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in das Casino „Grand Lisboa“, um einen ersten Eindruck von der Haupteinnahmequelle Macaus zu bekommen. Nach kurzem Schnuppern ging es anschließend für die Meisten von uns weiter zum „Venetian“, welches nach seinem Vorbild in Las Vegas die Stadt Venedig mit ihren Kanälen, Brücken und Gondeln inklusive singender Gondoliere abbildet. Sabrina und Thomas hatten sich für eine frühere Rückfahrt entschieden und machten sich deshalb stattdessen auf den Weg zur Fähre. Während wir Anderen das Casino in Ruhe erkundeten und auch den ein oder anderen Dollar bei Black Jack, Roulette oder im Spielautomat einsetzten, erlebten die beiden das Chaos eines nebligen Tages am Fährhafen von vorne und konnten erst mit einer Stunde Verspätung zurück nach Hongkong starten. Der Rest von uns (manche jetzt mit etwas zusätzlichem Taschengeld) fuhr dann gegen 23.30 Uhr zurück zum Fährhafen. Dort angekommen, machten wir uns durch die Vorwarnung der beiden Anderen bereits auf ein großes Durcheinander, viel Verspätung oder sogar eine Nacht am Gate gefasst. Doch es stellte sich heraus, dass das größte Übel wohl vorbei war sodass wir pünktlich um 0.30 Uhr an Board unseres gebuchten Turbojets gehen konnten. Trotz der vielen Wartezeiten, dem unglücklichen Wetters und des etwas kurzen Grenzübergangs herrschte bei uns den ganzen Tag über gute Laune und ein ganz neues Erlebnis war es Allemal.

Hongkong
Hongkong
Ruinen der Paulskirche
Ruinen der Paulskirche

Casino Lisboa
Casino Lisboa

Venice Casino
Venice Casino