Alles Gute hat ein Ende

Taipeh zeigte sich an unserem letzten Tag noch einmal von seiner schönsten Seite. Von Sonnenschein, Schmetterlingen und unserem Guide Alex begleitet bestiegen wir die vielen Stufen zum Gipfel des Elephant Mountain am Rand der Metropole. Da wir inzwischen alle schon Treppensteigererfahrung haben, ging uns das Klettern leicht vom Fuß und im Nu waren wir oben angekommen. Sogar für ein paar Turneinlagen hatten wir noch Luft. Von dort erblickten wir die Stadt in einer ganz neuen Perspektive, schossen viele Fotos und schnauften einmal kurz durch.

Doch nicht allzu lange, denn das Mittagessen und eine Gruppe Austauschstudenten aus verschiedenen Ländern erwarteten uns schon. Auf dem Rückweg wurde dann noch einmal klar, dass es eine gute Idee war früh aufzubrechen, denn eine lange Schlange aus Schülern stand vor den berühmten Felsen um für ihre Abschlussfotos zu posieren. Am Ausgang der U-Bahn-Station Dongmen* empfingen wir unsere weiteren Begleiter und gingen zur Abwechslung in ein Dumpling-Restaurant.

Gestärkt, aber auch ein wenig erschöpft vom ausgiebigen Essen (und vielleicht auch von der Wanderung) ging es weiter zur Teezeremonie, bei der wir mitverfolgen und selber erlernen durften, wie man richtig Tee kocht. Wir fanden uns in einem dunklen Raum mit beleutetem Bach wieder. Auf dem Boden befanden sich kleine Korbsitzkissen und ebenso kleine Tische, auf denen sich die Teeservice befanden. Zur Ausstattung gehören ein großer Kessel, in dem das Wasser erhitzt wird, eine kleine Teekanne mit Deckel, eine Kanne ohne Deckel und für jeden Trinker ein schnapsglas-großes Becherchen. Außerdem stand an jedem Platz bereits eine Trinkschale. Zur Vorbereitung musste man alle Teile aufwärmen, also mit heißem Wasser durchspülen. Nun nahm man den Tee, gab ihn in die Kanne mit Deckel, goss ihn mit Wasser auf und wartete 30 Sekunden. Diese Zeit wurde bei jedem Durchgang um zehn Sekunden verlängert. Aus dem ersten Kännchen wurde der Tee in das Zweite umgeschüttet und von da aus auf die kleinen Becherchen aufgeteilt. Diese schipperten in kleinen Booten den Bach entlang zu ihrem Ziel. Jeder schüttete diesen Tee in seine Schale und durfte, nachdem er daran schnupperte, endlich davon trinken. Darauffolgend durfte der Nächste Zeremonienmeister sein und sich daran versuchen. Es hieß also wieder Tee aufgießen, warten, verteilen, schnuppern und trinken.

Nach drei Sorten Tee (bei sechs Personen an einem Tisch waren das insgesamt 18 Tassen pro Person) gab es dann noch ein leckeres Dessert. Für die, die auf den Geschmack gekommen sind, ging es weiter zum Teeeinkauf. Da manche aber lieber andere Souvenirs erstehen wollten, teilten wir uns auf und trafen uns zum Abendessen mit Taschen voller Tee vor dem gewünschten Restaurant wieder.

Alle Guten Dinge sind drei. Den Elephant Mountain bestiegen wir noch rechtzeitig mit Ruhe und kamen nicht ins Gedränge. Das Mittagessen klappte auf Anhieb, war sehr lecker und auch die Teezeremonie war grandios. Unser Programm für heute hatte allerdings vier Punkte. Das Abendessen erwies sich dann als schwieriger, da wir mindestens eine Stunde hätten warten müssen, um einen Platz zu bekommen. Unsere Mägen fanden dies garnicht mal so super. Daher ergab sich, dass unser Guide Alex kurzerhand andere Restaurants in der Umgebung anrief, die er kannte und so kamen wir noch zu einem echt leckeren Abendessen (übrigens ausnahmsweise Dumplings). So konnten wir auch die kulinarische Seite der Exkursion perfekt ausklingen lassen.

So entspannt das Essen war, so viel Stress wartet noch auf uns, denn jetzt heißt es ein letztes Mal: Alle Koffer – trotz der ganzen gekauften Geschenke und Mitbringsel – wieder auf das zulässige Gewicht zu trimmen. Ja, man mag es kaum glauben, aber das ist schwieriger als das Fortgeschrittenenlevel bei Tetris.

LG Manny und Luci

*wie wir gelernt haben bedeutet Dong Osten und Men Tor. Xi ist Westen und somit heißt das Westtor Ximen. Mitdenkende Menschen können somitan den U-Bahn-Stationen den Umriss der Altstadt erahnen.

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