Am Puls der Zeit

Shenzhen ist das Herz der HiTech-Branche in China und steht für eine moderne, junge und hochtechnisierte und -vernetze Lebensweise. Die ersten Erfahrungen mit der Hochtechnisierung sahen wir beim obligatorischen Mehrfachladekabel in jedem Hotelzimmer, Wifi-Login per We-Chat und einer extrem modernen Metro.
Unsere erste Station am heutigen Tag sollte Skyworth sein.

Die Taxis, ob frei oder nicht, waren völlig immun gegen wildes herumgespringen, winken oder pfeifen. Als wir endlich außer Puste waren, gingen wir doch mit der Zeit und holten uns Hilfe und die Taxis per App. Am Standort des Unternehmens angekommen, das wie die Campus der Universitäten an eine kleine Stadt erinnert, trafen wir unseren sehr netten Ansprechpartner. Er und seine Kollegen führten uns durch die Fertigungshallen, in denen die Mainboardfertigung und die Montage der Komponenten bis hin zum fertigen Fernsehgerät zu sehen waren. Beeindruckend war die Schnelligkeit und Präzision mit der die Leiterplatten bestückt wurden.
Die komplette Produktpalette war in einem Showroom zum Greifen nahe. Von Kühlschrank über Klimaanlage bis zu leinwandgroßen Bildschirmen stellt der chinesische Marktführer (wem Skyworth kein Begriff ist, der kann einmal nach Metz googeln, bingen oder baiduen) fast jegliches Zubehör her, dass man für einen Fußballabend im Sommer benötigt. Nach sehr leckerem, knoblauchreichem Essen wurden wir zu einer Fragerunde mit unserem Gastgeber eingeladen. Diese fand im luftigen Pausenraum im 10. Stock des Bürogebäudes von Skyworth statt. Dabei diskutierten wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen chinesischer und deutscher Arbeitsweise, Unternehmensstruktur, Ausbildung und Wirtschaft. Uns fiel insbesondere die dynamische und auf junge Fachkräfte spezialisierte Ausrichtung des Großunternehmens auf, bei der mehr Wert auf die Fähigkeiten, als auf den Abschluss eines Mitarbeiters gelegt wird. Diese Einstellung, der „Chinese Dream“, spiegelt sich in der Atmosphäre der ganzen Stadt wider.

Voller neuer Eindrücke machten wir uns auf zu Firma Nummer Zwei. Ein Kaffee auf dem Weg füllte unsere Energiereserven wieder auf und wir kamen am späten Nachmittag an unserem Ziel an. Nach Auffinden der Büro- und Werkstatträume trafen wir, zu unser aller Begeisterung, auf das zweite hochmoderne Unternehmen. Seeed ist ein Kleinunternehmen, das auf individuelle Hardwareproduktion und Prototyping, insbesondere in Bezug auf Leiterplatten (auch in sehr kleinen Mengen), spezialisiert ist. Die Firma stellt auch Werkzeuge und Arbeitsräume zur Verfügung, ist extrem gut vernetzt in der Branche und ein wichtiger Ansprechpartner für Startups oder kleine Projekte. Auf die Verwendung von Open Source Code wird viel Wert gelegt. Bei einer Firmenführung mit anschließendem Vortrag und Gespräch konnten wir unseren immensen Wissensdurst stillen. Besonders beeindruckt hat auch hier die dynamische Arbeitsweise zwischen IT, Ingenieuren und Künstlern, um am Ende eine Idee zu verwirklichen und (interaktiv) zu vermarkten.
Anschließend ließen wir den Tag entspannt in einem vegetarischen Restaurant ausklingen.

Auf Morgen freuen sich Milan, Anja und Sebastian

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