Das fleißige Schneiderlein

Nach einer schaukeligen Nacht im Zug kamen wir früh morgens in Shanghai an. Unser Hotel war wider Erwarten nicht auf uns vorbereitet, sodass unser ersehntes Frühstück und eine warme Dusche noch etwas auf sich warten ließ.

Nach einem kurzen chinesischen Frühstück mit ohne Geschmack in einem benachbarten China-Fast-Food Restaurant, zu dem uns unser Reiseführer führte (Alternative wäre McDonalds gewesen), machten wir uns auf den Weg, Shanghai zu erkunden.

Erstaunt über die Ordnung im Straßenverkehr und die Zurückhaltung der Autofahrer mit Hilfe von akustischen Signalen auf sich aufmerksam zu machen, landeten wir voller Freude im Stoffmarkt. Schon vor dem Eingang wurden wir mit Angeboten überschüttet. Dicht an dicht drängte sich ein Schneider an den nächsten. Dabei erstaunte uns vor allem die Vielfalt der verschiedenen Schnitte und Farbkombinationen. Von traditioneller chinesischer Kleidung bis hin zum Jump-Suite und echten Kashmir-Anzügen (d.h.: Kashmir made in China: 30% Kashmir 70% Wool) war alles zu finden.

Einige stürzten sich in den altmodischen Preisvergleich und feilschten, was das Zeug hält. Zufrieden mit unseren Verhandlungskünsten und gespannt auf die Anzüge und Kleider, welche wir am Freitag abholen dürfen, verließen wir den Stoffmarkt, um uns ein Mittagessen zu besorgen.

Auch in dieser Stadt versuchten wir vergeblich, ein Dumpling-Restaurant aufzufinden. Auf der Suche nach der Hausnummer 168 fanden wir wieder nur ein verlassenes Gebäude vor, das zweite Mal mittlerweile. Die Lebensdauer von manchen Restaurants lässt zu wünschen übrig. Statt Dumplings kamen also nur Nudeln auf den Tisch. Als Nachtisch verwöhnten wir uns mit einem XXXXL Mango-Shake aus XXXXL Mangos. Sehr lecker!

Über eine eckige Brücke hängten wir die uns verfolgenden bösen Geister ab und flüchteten in den Yu-Garden. Dies ist ein wunderschöner Stadtgarten mit vielen Bonsais und reichlich gemästeten Kois im Gartenteich. Überrascht über zahlreiche Langnasen genossen wir schweizer Dialekt, tschechische Modestile und britischen Humor.

Um 17 Uhr trafen wir endlich in unserem lang ersehnten Hotel ein. Geräumige Zimmer und eine warme Dusche lassen den heutigen Tag gemütlich ausklingen und endlich ein bisschen Ruhe einkehren.

Grüße von Lara, Erik und Christian

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