Home Sweet Home

6:30, der Schlaf wird jäh unterbrochen. Die nächsten 37 Stunden werden wir wechselweise am Flughafen oder im Flugzeug verbringen. Doch gönnen wir uns noch einmal das Hotelfrühstück bevor wir vollbepackt mit der U-Bahn in Richtung Taoyuan International Airport aufbrechen. Das Prozedere kennen wir schon. Check-in, Koffer aufgeben, Security Check, Passkontrolle, Gate suchen, Boarding und warten bis man endlich gelandet ist.

In diesem Fall war der Flugteil relativ kurz, denn wir legten in Peking noch einen Zwischenstopp ein. Eigentlich war geplant die Zeit noch einmal für eine Sightseeingtour zu nutzen, doch im Sicherheitsbereich schickte uns das Personal von einer Ecke in die nächste und wieder zurück. Dabei wollten wir doch nur noch einmal Sonnenschein und 27 °C genießen. Stattdessen passierten wir mehrmals die Sicherheitskontrolle, gingen Schleichwege, die eigentlich für das Personal gedacht sind, bis wir schließlich aufgaben und uns unserem Schicksal hingaben. Beim Aussteigen aus dem Flieger sah es noch deutlich besser aus. Wir durften uns sogar wie VIPs fühlen, denn wir hatten unseren eigenen Bus für uns, der uns vom Flieger zum Flughafen transferierte und am Gebäudeeingang wurden wir von einer Horde Paparazzi begrüßt.

Wir überlegten, wie wir uns die Zeit vertreiben. Zur Auswahl stand ein Wettrennen über zehn Runden durch den Sicherheitsbereich oder das Testen der verschiedenen Kontrolleure. Aber schließlich zwangen uns unsere diversen körperlichen und seelischen Bedürfnisse (z.B. Kaffeedurst) doch dazu zur Abflughalle weiter zu gehen. Da unser Flug noch in ferner Zukunft lang, war das Gate noch nicht bekannt. Kurzerhand suchten wir uns das nächstbeste Gate mit ausreichend Sitzgelegenheiten und machten uns mit unserem Zuhause für die nächsten Stunden bekannt. Dem Sonnenuntergang durften wir leider nur durch die Scheibe zusehen. Immerhin bot sich noch einmal die Gelegenheit gemeinsam zu Abend essen. Die Wahl ist auf koreanisches BBQ gefallen. Nach dem Essen blieb dann noch Zeit für eine Besprechung über die noch ausstehenden Aufgaben in Deutschland und ein Schläfchen, bis es schließlich mitten in der Nacht endlich in die Flieger zurück nach Frankfurt ging.

Die nächsten Stunden verbrachten wir hauptsächlich schlafend, Filme schauend und lesend. Die beiden Mahlzeiten brachten uns etwas Abwechslung, aber auch der endlos scheinende Sonnenaufgang, der uns von der Mitte Russlands bis zur Landung verfolgte. Heil, zufrieden und nicht wirklich erholt durften wir den Flieger verlassen. Ein bisschen vermissten wir das Schlangestehen an den Passkontrollen, denn als EU-Bürger mussten wir nur unseren Pass scannen und durften dann unseren Koffer in Empfang nehmen. Mit mehr oder weniger vollständigem Gepäck suchten wir uns einen Ort für ein Frühstück und warteten auf unseren Zug in Richtung Erlangen.
Das ist schließlich das Ende unserer langen Reise.

LG Lucas

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