Taiwan färbt ab

Gewohnt früh starteten wir in den Tag und konnten die Überraschungen, die uns das Frühstücksbuffet wohl bot, kaum erwarten. Die große Überraschung war eine Schlange, die es fast mit der uns bereits bekannten Mauer aufnehmen konnte. Da unsere beiden Reiseleiterinnen in weiser Voraussicht einen großzügigen Puffer eingeplant hatten, konnten wir während unserer Anreise zu unserem heutigen Ziel, der National Taipei University, einen kleinen Zwischenstopp in einem Café einlegen. Dort schaffte es unser übermütiger, koffeingetriebener Fotograf, mit der Absicht einen freien Blick auf die Malerei zu erhaschen, die Wandlampe abzuhängen. Mit der geballten Power und dem Knowhow von vier Ingenieuren und einem Schraubenzieher war diese jedoch nach kurzer Zeit wieder repariert.

Frisch gestärkt ging es nun weiter Richtung Universität, wo wir sogleich empfangen wurden. Wir schienen jedoch etwas falsch gemacht zu haben, denn es ging direkt in den Gerichtssaal. Doch zum Glück hatte Christian den Vorsitz, sodass wir alle nach kurzer Verhandlung frei gesprochen wurden und unsere Campustour fortsetzen durften. Unseren zweiten Stopp legten wir im Labor für Mustererkennung ein. Die PhD- und Masterstudenten vor Ort klärten uns über ihre Arbeit auf. Es ging um Gesichtserkennung, Barcodes, Umgebungsvisualisierung für Fahrzeuge und Kennzeichenerkennung. Dem nächsten Labor ist die Thematik Long-Range-Sensornetzwerke zugeordnet. Genauer gesagt tüftelt man hier daran, wie man Feinstaubsensoren, die über eine große Fläche verteilt sind, miteinander verbindet und auswertet, um anhand des Wetters Vorhersagen über die Feinstaubbelastung treffen zu können. Im dritten Labor wurden unsere Medizintechnikstudentinnen hellhörig. Die Biomedizintechniker dort bieten Lösungen für Schlaganfallpatienten an, die sich in der Reha befinden. Mittels eines mit Bewegungs- und Lagesensoren ausgestatten Stabes lässt sich ein Computerspiel steuern. So wird die Bewegungsfähigkeit der Hände und Arme trainiert bzw. neu erlernt. Ebenfalls führten sie uns einen Handschuh vor, der die Bewegung der Finger und in Zukunft sogar die Kraft erkennt.

Wir durchquerten die Bibliothek, denn im obersten Stockwerk des Gebäudes wartete in einem Konferrenzraum unser Essen auf uns. Bei einem Imagefilm und Bubble Tea genossen wir Reis und Suppe. Gestärkt und mit zusammenschraubbaren Reisestäbchen ausgetattet verließen wir die Uni und pilgerten zu einem in den Stadtteil Sanxia. In einem Batik-Studio durften wir unserer künstlerischen und kleinkindischen Ader freien Lauf lassen. Die Trockenzeit nutzen wir zu einem Besuch in einem alten Tempel, der uns mit Räucherstäbchengeruch empfing, und zu einem kleinen Bummel in der nahegelegenden Einkaufsstraße.

Mit unseren frisch fabrizierten Kunstwerken im Gepäck machten wir uns auf zum Abendessen. Die Wahl des Restaurants schien sehr gut gewesen zu sein, denn am Eingang erwartete uns, wie schon beim Frühstück, erneut eine Schlange. Durch den hohen Andrang mussten wir uns im Restaurant verteilen und die beschränkte Menüauswahl* zwang uns alle dazu ungefähr das gleiche zu essen. Diese Umstände ermöglichten es uns einen neuen Stäbchen-Schnelless-Rekord aufzustellen, sodass wir uns bald wieder vor dem Restaurant zusammengesellen konnten. Anschließend ließen wir den Abend mit einem Spaziergang unter dem Taipei 101 ausklingen. Die weniger gesättigten unter uns statteten noch dem Night Market einen Besuch ab, bevor es zurück ins Hotel ging.

Hinweis: Aufgrund von aktuellen technischen Schwierigkeiten wir ab jetzt der Blog unter http://blog.china2018.de/ weitergeführt.

LG Manny und Luci

*Anmerkung der Redaktion: Es gab wahlweise Fleisch mit Nudeln oder Nudeln mit Fleisch

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